Die Trockenheit im Kanton St. Gallen nimmt rasch zu. Nach zwei schneearmen Wintern in Folge gab es auch im Frühling 2026 ein deutliches Niederschlagsdefizit. Das Jahr 2026 ist bisher insgesamt viel zu trocken. Rund die Hälfte der Flüsse und Bäche führen Niedrigwasser. Sie sinken ebenso wie die Grundwasserstände kontinuierlich weiter.

Die Seepegelstände sind ebenfalls für die Saison sehr tief. Gleichzeitig liegen die Wassertemperaturen der Bäche und Seen 3 bis 5 Grad über den saisonal üblichen Werten. Dies ist eine Gefahr für Wasserlebewesen.

2026 ähnlich wie die Rekordsommer 2003, 2018
Die Trockenheitslage im Kanton St. Gallen hat sich in den letzten Wochen schnell und deutlich verschlechtert. Sie ist mittlerweile mit der Situation in den Rekordsommern von 2003 und 2018 vergleichbar. Ohne flächendeckende und regelmässig wiederkehrende Niederschläge werden die Abflüsse, Seewasserstände und Grundwasserstände weiter sinken. Lokale Gewitter geben keine Entspannung der Trockenheitssituation.

Verbot von Wasserentnahmen im gesamten Kanton
Der Fachstab Trockenheit des Kantons St. Gallen hat die Naturgefahrenstufe für Trockenheit im Linthgebiet und weiteren Gefahrenregionen auf Stufe 3 (erhebliche Gefahr) erhöht.

Per sofort ist per Allgemeinverfügung der Gemeingebrauch von öffentlichen Oberflächengewässern im gesamten Kanton eingeschränkt. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Erhebliche Waldbrandgefahr
Die anhaltende Trockenheit und die grosse Hitze verschärfen auch die Waldbrandgefahr. Das Kantonsforstamt hat letzten Freitag im ganzen Kanton die Waldbrandgefahr Stufe 3 (erhebliche Gefahr) eingeführt. So ist ein besonders vorsichtiger Umgang mit Feuer in der Natur gefordert. Schon brennende Streichhölzer und Funkenflug eines Grillfeuers können einen Brand entfachen.

Sicher durch die Hitze
Nicht nur die Natur ist von der anhaltenden Hitze betroffen. Auch für die Bevölkerung sind die anhaltend hohen Temperaturen eine Herausforderung. Mit dem St. Galler Hitzeaktionsplan wurden langfristige und gezielte Massnahmen ergriffen, für einen besseren Umgang mit den steigenden Temperaturen.

An heissen Tagen ist es wichtig, auf sich selbst und andere zu achten. Mit Informationen, Empfehlungen und Tipps unterstützt die Fachstelle bei der Vorbereitung und im Umgang mit hohen Temperaturen.